Zwei Städte. Studien zur Natur gesellschaftlicher Ideale, 1911 (erscheint 2019)

Aus dem Russischen übersetzt von Katharina A. Breckner und Regula M. Zwahlen, redaktionell überarbeitet und kommentiert von Regula M. Zwahlen unter Mitwirkung von Ksenija Babkova, Barbara Hallensleben, Elke Kirsten.

Im dritten Band der deutschen Werkausgabe Zwei Städte. Studien zur Natur gesellschaftlicher Ideale (1911) unterzieht Bulgakov die Sozialwissenschaften seiner Zeit im Allgemeinen und die marxistische Soziologie im Besonderen einer entsprechenden Kritik. Dabei zielt er insbesondere auf die Annahme, „Religion“ als sinn- und Gemeinschaft stiftende Grundlage der Gesellschaft sei überlebt. Wie heute Charles Taylor zweifelte Bulgakov bereits damals an einer alternativlosen Meistererzählung von der Säkularisierung, die zwangsläufig zu einer religionslosen Lebensform führt. Obwohl stark vom historischen Kontext geprägt, enthält der Band zahlreiche Elemente, die in der Gegenwart auf Resonanz stoßen.

Epigraph

Cum ergo vivit homo secundum hominem, non secundum Deum, similis est Diabolo.
Augustinus, De Civitate Dei, Buch XIV, 6

Homo homini deus est.
L. Feuerbach

Hinc extitisse duas civitates diversas inter se atque contrarias... quod alii secundum hominem, alii secundum Deum vivant.
Augustinus, a.a.O.

Inhaltsverzeichnis

Band 1
Vom Autor
Die Religion des Menschengottums bei L. Feuerbach
Karl Marx als religiöser Typ (Sein Verhältnis zur Religion des Menschengottums von L. Feuerbach)
Zum sozialen Moralismus. (T. Carlyle)
Das mittelalterliche Ideal und die moderne Kultur (Anlässlich Heinrich von Eickens Buch „Geschichte und System der mittelalterlichen Weltanschauung”)
Volkswirtschaft und religiöse Person
Das Christentum und die soziale Frage
Über das Urchristentum (Was es beinhaltete und was nicht. Versuch einer Charakteristik)

Band 2
Das Urchristentum und der moderne Sozialismus (Eine religiös-historische Parallele)
Apokalyptik und Sozialismus (Religiös-philosophische Parallelen)

Die Religion des Menschengottums in der russischen Intelligencija:
1. Die Religion des Menschengottums in der russischen Revolution
2. Die Auferstehung Christi und das moderne Bewusstsein
3. Heroismus und Askese

Philosophische Charakteristiken:
1. Die Dornenkrone (zum Gedenken an F.M. Dostoevskij)
2. Die Philosophie von Fürst S.N. Trubeckoj und der geistige Kampf der Gegenwart
3. Ein rätselhafter Denker (N.F. Fedorov)

Aus der Kulturphilosophie:
1. Reflexionen zur Nationalität
2. Kirche und Kultur

Begleitband
Der Begleitband erhält die Beiträge der Teilnehmenden am Kolloquium über Sergij Bulgakovs "Zwei Städte" vom 3.-4. Dezember 2015 (Programm). Am Kolloquium nahmen deutschsprachige Forschende teil, die sich in ihrem Berufsalltag und ihrer wissenschaftlichen Forschung mit sozialphilosophischen Fragen auseinandersetzen oder Fachpersonen für eines der von Bulgakov behandelten Themen sind (z.B. Augustinus, Max Weber, Patristik, Apokalyptik, Urchristentum und Sozialismus):

Prof. Dr. Daniel Bogner, Lehrstuhl für Moraltheologie und Ethik, Universität Freiburg Schweiz

Dr. phil. Luca Di Blasi, Privatdozent für Philosophie, Institut für Systematische Theologie, Universität Bern

Dr. PD Gregor Emmenegger, Lehr- und Forschungsrat für Patristik und Dogmengeschichte, Universität Freiburg Schweiz

Prof. Dr. em. Norbert Fischer, Lehrstuhl für Philosophische Grundfragen der Theologie, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland

Prof. Dr. Katharina Heyden, Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen, Universität Bern, Schweiz

Prof. Dr. em. Dirk Kaesler, Institut für Soziologie, Philipps-Universität Marburg, Deutschland

PD Dr. Christian Münch, Privatdozent für Historische Theologie, Universität Bern, Schweiz

Prof. Dr. em. Wilfried Nippel, Institut für Geschichtswissenschaften, Alte Geschichte, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

PD Dr. Dr. Maja Soboleva, Institut für Philosophie, Phillips-Universität Marburg, Deutschland

Dr. theol. Jennifer Wasmuth, Kirchen und Konfessionskunde/Ostkirchenkunde, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

Prof. Dr. Jean-Claude Wolf, Lehrstuhl für Ethik und politische Philosophie, Universität Freiburg Schweiz

Dr. phil. Regula Zwahlen, Leiterin der Forschungsstelle Sergij Bulgakov, Institut für Ökumenische Studien, Universität Freiburg Schweiz

Forschungsstelle Sergij Bulgakov - Av. Europe 20 - 1700 Freiburg
regula.zwahlen [at] unifr.ch - Swiss University