Philosophie der Wirtschaft

Der erste Band der Werke Sergij Bulgakovs in deutscher Sprache ist erschienen! Die "Philosophie der Wirtschaft" (1912) wurde aus dem Russischen übersetzt von Katharina A. Breckner und Anita Schlüchter, redaktionell überarbeitet und kommentiert von Regula M. Zwahlen unter Mitwirkung von Ksenija Babkova, Barbara Hallensleben und Elke Kirsten.

Sergij Bulgakov

Philosophie der Wirtschaft

Die Welt als Wirtschaftsgeschehen

Werke, Band 1 (in deutscher Übersetzung) mit Begleitband
Epiphania, Band 5
Herausgegeben von Barbara Hallensleben und 
Regula Zwahlen.
Münster: Aschendorff-Verlag 2014, 388 Seiten (Werkausgabe) und 112 Seiten (Begleitband), geb. 54,– EUR

ISBN 978-3-402-12030-9

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Sergij Bulgakov (1871-1944) ist einer der bedeutendsten russischen Denker des 20. Jahrhunderts. Der Professor für Politische Ökonomie wandte sich vom Marxismus ab, verarbeitete ihn intellektuell und ließ sich 1918 zum Priester der orthodoxen Kirche weihen. Nach seiner Ausweisung aus Russland wirkte er als Dekan am Orthodoxen Theologischen Institut St. Serge in Paris. Dort entstand sein umfangreiches theologisches Werk. Bulgakovs Habilitationsschrift Philosophie der Wirtschaft (1912) bildet nicht zufällig den Auftakt zur deutschen Werkausgabe: Wer den Theologen Bulgakov verstehen will, muss Bulgakov den Ökonomen kennen, der die Wirtschaft als Grundkonstante des menschlichen Lebens ernst nimmt und die Schöpfung Gottes als Wirtschaftsgeschehen deutet. So erhält der traditionsreiche Begriff der Heilsökonomie eine konkrete Bedeutung. Insbesondere durch den naturphilosophisch interpretierten Begriff der Sophia bereitet sich Bulgakovs spätere Theologie vor. Dem wesentlich von Friedrich W.J. Schelling, Karl Marx, Max Weber und Vladimir Solov’ëv inspirierten Buch gebührt ein prominenter Platz in der Reihe der kulturphilosophischen Werke des frühen 20. Jahrhunderts. Angesichts aktueller Wirtschaftskrisen und festgefahrener Systemdebatten bietet die Philosophie der Wirtschaft noch hundert Jahre nach ihrer Niederschrift lohnende Denkanstöße. Das zeigt der Begleitband, der ein Kolloquium zur interdisziplinären Rezeption des Werkes dokumentiert.

„Die Wirtschaft als Fakt hat in mir immer ein philosophisches „Staunen” geweckt, und die Frage nach einer Philosophie der Wirtschaft – nach dem Menschen in der Natur und der Natur im Menschen – ist im Grunde genommen nie aus meinem geistigen Horizont verschwunden. […] Die Unvollkommenheit der Ausführung ist mir selbst zur Genüge klar. An einem zweifle ich allerdings nicht – nämlich an der ungeheuren Bedeutung des Problems selbst, dem meiner Überzeugung nach wenn nicht schon der heutige, so doch der morgige Tag in der Philosophie gehören muss.“
Sergij Bulgakov

Der Text wurde ausführlich kommentiert und mit einer Textgeschichte, einem Verzeichnis von Bulgakovs bibliographischen Referenzen und einem Namensverzeichnis ergänzt. Ausser der "Philosophie der Wirtschaft" finden sich in dem Band die deutschen Übersetzungen seiner Disputationsrede und seiner Publikation "Die Natur in der Philosophie Vladimir Solov'ëvs" (1910).

Rezensionen:

von PD Dr. Nikolaj Plotnikov in: Theologische Revue 3 (2017), 226–228

von Volker Strebel in: Stimmen der Zeit 234, 11 (2016), 784–785

von Prof. Dr. Gerhard Droesser in: Ostkirchliche Studien 65, 2 (2016), 368–374

von Dr. Wolf-Gero Reichert in: Theologie und Philosophie 91, 2 (2016), 271–273

von Prof. Dr. Evert van der Zweerde in: The Journal of Eastern Christian Studies 67, 1-2 (2015), 229–233

von Prof. Dr. Jean-Claude Wolf in: Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie 62, 1 (2015), 197–199

von Prof. Dr. Ulrich Schmid in: Religion & Gesellschaft in Ost und West 12 (2015), 31

von Prof. Dr. Martin Büscher in: Journal für Religionsphilosophie 4 (2015)

von Justyna Kroczak, Uniwersytet Zielonogorski in: Hybris. Internetowy Magazyn Filosoficzny 32 (2016)

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Blog von Avenir Suisse: Wirtschaftspolitik als Kunst

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