Ritual Communication in Cold War Summits (1955 - 1975)

Gegenstand des Subprojekts sind wichtige Gipfeltreffen während des Kalten Kriegs zwischen 1955 und 1975. Im Vordergrund stehen weniger der Inhalt oder die Entscheidungen, die bei diesen Treffen eine Rolle spielten. Vielmehr geht es darum diese diplomatischen Treffen als internationale Medienereignisse  zu begreifen und zu erforschen, die einen wichtigen Einfluss auf die Wahrnehmung des Konflikts hatten. Durch die akribisch geplanten Treffen der Staatschefs wurde der Ost-West Gegensatz der Öffentlichkeit vermittelt und sichtbar gemacht und prägte so die Imagination des Konflikts. Die Summits waren eine Bühne, um den Kalten Krieg zu inszenieren, sowie Werte und Ideen zu kommunizieren; die Teilung der Welt in zwei Blöcke wurde hier symbolisch kommuniziert und imaginiert.

Ziel des Projekts ist es, eine Kulturgeschichte dieser Cold War Summits zu schreiben. Dabei geht es darum die Form und Performanz der symbolischen und rituellen Kommunikation zu erforschen. Erstens fand auf diesen Gipfeln eine Kommunikation zwischen den Blöcken, zweitens aber auch eine reziproke Kommunikation mit der Öffentlichkeit statt. Während der Zusammenkünfte wurde ebenso die gegenseitige Anerkennung (als Gegner) sowie der jeweilige Status verhandelt und kommuniziert. Auch der Aspekt des Wandels innerhalb des Systemgegensatzes soll herausgearbeitet werden. Während in Genf noch vier Parteien am Tisch sassen, änderte sich die Ikonographie der Treffen hin zu einer Zusammenkunft zwischen Ost und West, repräsentiert durch die jeweiligen Machthaber in Washington und Moskau. Eine wichtige und wachsende Rolle fiel den Medien zu. Die Bedeutung der Presse lässt sich nur verstehen, wenn wir die Beziehung zwischen den Akteuren und den Medien als interaktiv erkennen. Die Medien nahmen ihrerseits Einfluss darauf, wie die Treffen abliefen und wie dadurch der Konflikt inszeniert wurde.

Die diplomatischen Treffen sollen im Hinblick auf Ritual- und Symbolkommunikation untersucht werden. Wie wurde der Konflikt durch die Gipfeldiplomatie repräsentiert und/oder imaginiert? Wie im Gesamtprojekt wird auch hier nach Kontinuität und Wandel in der politischen Imagination des Kalten Kriegs gefragt. Wie wurden Ritual und Symbolik der Diplomatie und der Treffen an diesen Konflikt angepasst und wie änderten sie sich im Verlaufe dessen? Gleichzeitig geht es darum zu erforschen, welche Werte und Ideale im Rahmen dieser Treffen kommuniziert und verbildlicht wurden. Welche Rolle hatten die Massenmedien  und in wiefern nahmen sie ihrerseits Einfluss auf die Inszenierung der Cold War Summits.

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